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Vertiefungslehrgang Palliativmedizin des Universitätslehrganges: Eine Ärztin berichtet

Die Vertiefungslehrgänge Level II des Universitätslehrgangs Palliative Care haben die Aufgabe fachspezifisches und monoprofessionelles Wissen zu vermitteln. Im Lehrgang Palliativmedizin stehen dabei die Begegnung mit anderen medizinischen Disziplinen sowie der Erfahrungsaustausch und die Reflexion im Mittelpunkt.

Welche Wirkung dies im beruflichen Alltag hat, erzählt Dr.in Heidi Massinger-Biebl. Sie ist Gynäkologin mit eigener Praxis in einer ländlichen Region in der Nähe von Passau und leitet zudem ein SAPV-Team (mobiles Palliativteam). Sie hat im April 2021 den Vertiefungslehrgang II Palliativmedizin abgeschlossen und setzt ihren Weg zum Master aktuell fort. Zurzeit besucht sie auch noch das Level II Psychosozial-spirituelle Palliative Care.*)

 

Hospiz Österreich: Was hat es Ihnen gebracht, den Lehrgang Palliativmedizin zu besuchen?

Heidi Massinger-Biebl: Zum einen habe ich ein großes, höchst effektives und stärkendes Netzwerk bekommen, das mir tatsächlich im Alltag zur Verfügung steht. Es ist nicht selten, dass wir uns gegenseitig unterstützen, wenn wir herausfordernde Situationen begleiten müssen. Eine Nachricht im Chat, ein Anruf genügt, und die Diskussion und Reflexion ist in Gang. Das ist eine sehr niederschwellige Möglichkeit, die mir hilft. Und das ist auch der andere wichtige Effekt. In diesem Lehrgang sind viele Kolleg*innen, die sich neben der fachlichen Expertise einen ganzheitlichen Blick auf Patient*innen und Situationen aneignen und jenseits von Automatismen behandeln wollen. Hier sind es die rechtlichen und ethischen Aspekte, die mir nun im Alltag wirklich helfen.

 

Hospiz Österreich: Und davon profitieren nun Ihre Patient*innen?

Heidi Massinger-Biebl: Ja, aber nicht nur diese. Auch mein Palliativteam profitiert sehr davon. Unsere Teambesprechungen sind nun voller wichtiger und neuer Inputs, wir lernen und entwickeln uns als Kolleg*innen.

 

Hospiz Österreich: Wenn Sie an dieses Jahr zurückdenken, was war besonders wichtig?

Heidi Massinger-Biebl: Es war die Begleitung der Lehrgangsleitungen „auf Augenhöhe“. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich eine so gute fachliche, organisatorische und menschliche Begleitung erhalten werde. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich finde es auch sehr gut, dass in diesem Level nur Mediziner*innen anwesend sind, so können wir wirklich jene Frage diskutieren, die unsere Berufsgruppe treffen.

 

Einen weiteren Eindruck vom Lehrgang Palliativmedizin erhalten Sie auch in diesem Blogbeitrag mit der Leiterin des Lehrgangs Dr.in Annette Henry:

www.hospiz.at/blog/kannst-du-mir-bitte-die-zusammensetzung-der-ileus-pumpe-weiterleiten/

 

*) Anmerkung der Redaktion: Voraussetzung für einen Master ist die Absolvierung von Level I und II. Mindestens einer der beiden Level muss interprofessionell sein. Statt Level I, also dem interprofessionellen Basislehrgang, kann auch ein weiterer multiprofessioneller Vertiefungslehrgang besucht werden.