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Mit "Smart Tech" die Lebensqualität am Lebensende verbessern

Absolventin Brigitte Staffner MSc. berichtet vom Workshop am Absolvent*innenfest

Beim Kontakt mit Patienten, welche nach einem Larynxkarzinom ein Tracheostoma benötigen und nicht mehr sprechen können, ist es oft sehr schwierig, eine zufriedenstellende Kommunikation zu führen.

Im Workshop „Mit Smart Tech die Lebensqualität am Lebensende verbessern“ zeigte uns Dipl. Ing. Martin Morandell auf lustige und praktische Art viele einfache und interessante Möglichkeiten, welche sich durch die moderne Smart-Technologie entwickelt haben, um Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung mehr Lebensqualität und Selbstbestimmtheit zu ermöglichen.

Ein sprechender Stift ist z.B. der Anybook Reader. Zusammen mit einem Bildwörterbuch „Zeig es, sag es“ werden Symbole, Gegenstände, Aufgaben etc. vertont. Die Anwendungsmöglichkeiten für diesen Anybook Reader sind fast unbegrenzt und können individuell angepasst werden. Bei Aphasie, Kommunikationsstörungen, Lernförderung – die Liste könnte fortgeführt werden.

Die kostenlose App „LetmeTalk“ bietet ebenfalls viele Möglichkeiten im Bereich der Kommunikation. Auf der Startseite finden sich folgende Themen mit Begriffen: Allgemein, Essen, Trinken, Kleidung, Krankheiten, Gefühle, Hilfsmittel, Spielzeug, Farben, Zahlen, Alphabet und Formen. Diese App habe ich mir schon im Workshop auf mein Handy heruntergeladen, damit ich in Zukunft bei Aphasie-Patienten gut gerüstet bin und eine zufriedenstellende Kommunikation gelingt. Diese App gibt es für iPhone und Android Handys.

Gehörlose und schwerhörige Menschen haben es in der Pandemie noch schwerer andere Menschen zu verstehen, da die Maske keine Mimik erkennen lässt und Lippenlesen unmöglich macht. Die kostenlose Android App „Automatische Transkription“ zeichnet die gesprochene Sprache auf und verwandelt sie in Text. Dieser Text kann auch in über 70 Sprachen übersetzt werden.

Die Sprachassistenten „Alexa, Siri, Google Assistant und Co.“ begeistern durch die einfache Bedienung immer mehr Menschen. Richtig eingesetzt können sie bei körperlicher Beeinträchtigung den Alltag enorm erleichtern. Im Berufsalltag habe ich bei einer dementen Dame zu Hause, welche noch allein in der Wohnung lebt, die Alexa entdeckt und war zuerst sehr verwundert. Jedoch hat mir die Tochter dieser Dame erklärt, dass ihre Mutter, wenn sie stürzt oder Hilfe benötigt, immer den Namen der Tochter ruft. Alexa wurde so konzipiert, dass automatisch die Tochter am Handy angerufen wird, wenn ihre Mutter ihren Namen ruft. So gelingt es, dass diese demente Dame so lange als möglich allein in ihrer Wohnung leben kann.

Die iPhone App „Seeing AI“ beschreibt für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen die Umgebung und eröffnet ihnen die visuelle Welt. Die App liest Texte vor, erkennt Menschen, beschreibt Gesichter und Ausdrücke, scannt Barcodes und Banknoten u.v.m.

Dies sind nur einige Beispiele von smarten Lösungen, welche uns Martin Morandell vorgestellt und gezeigt hat. Er berichtete uns, dass weltweit Programme weiterentwickelt werden, um „Alltagstaugliche Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben“ zu finden. Die Technik passt sich an die Bedürfnisse des Nutzers an und nicht umgekehrt.

Dieser Workshop war für mich persönlich sehr spannend und informativ und hat Lust auf mehr gemacht. Vor allem ist mein Interesse an smarter Technologien geweckt worden. In Zukunft werde ich betroffene Menschen und deren Angehörige darauf aufmerksam machen, dass mit Technik viele Barrieren abgebaut werden können und sie auf die Homepage vom Martin verweisen (smartinlife.at), sodass sie sich mit ihm in Verbindung setzen können und vielleicht passende Lösungen finden können.

Brigitte Staffner

Brigitte Staffner ist Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerinund  arbeitet freiberuflich im Bereich der Pflegeberatung und Pflegegeldbegutachtungen im Tiroler Unterland. Sie hält Vorträge und Seminare über Palliativpflege, komplementäre Pflegemethoden und Basale Stimulation. Ihre Masterarbeit ist im Grin-Verlag unter dem Titel: „Beileidsbekundungen im Internet. Welche Motive bewegen Menschen, virtuell zu kondolieren?“ veröffentlicht.