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Zuhören und da sein

Priv.-Doz. Dr. Piret Paal erläutert, warum im Bereich "Spiritual Care" häufig mit Bildern gearbeitet wird.

"Spiritual Care" ist eine der Dimensionen der Palliativversorgung, die für die Studierenden oft schwer zu erfassen ist. Im Modul „Interprofessionelle Reflexion und Wissenschaftliche Konzepte“ lernen die Studierenden grundlegende Konzepte wie Spiritualität und Spiritual Care kennen. Die Bedeutung einer Spirituellen Anamnese wird anhand eines Patienteninterviews erarbeitet.

Bilder und Worte tragen dazu bei, Lebenserfahrungen zu vertiefen. Aus diesem Grund verwenden Patient*innen manchmal Metaphern, um ihre Gefühle und Emotionen zu beschreiben. Spiritual Care bedeutet, dass wir lernen, zuzuhören. Sich selbst mit seinen eigenen Meinungen und Erfahrungen zurückzunehmen, ist in der proaktiven Gesundheitsversorgung sehr schwierig und bedarf der Übung.  Die eigene spirituelle Beheimatung zu erkennen, ist die Grundlage für eine wertfreie Spiritual Care.

Die Studierenden wurden eingeladen, die eigene spirituelle Beheimatung durch ein Bild und 100 Begleitwörter auszudrücken. Es sind eindeutig Bilder von Menschen, die mitten im Leben stehen: an der Hauptstraße, mitten im See, auf dem Gipfel des Berges. Die Erfahrungen der Patient*innen sind typischerweise ganz anders: Sie fühlen sich wie auf der Nebenstraße, am Rande einer Klippe hängend oder gezeichnet. Im schlimmsten Fall passiert Ihnen jahrelang nichts, niemand kommt zu Besuch, niemand kümmert sich um sie. Deshalb brauchen wir ausgebildete Gesundheitsfachkräfte, die in der Lage sind, die seelische Not der Patient*innen zu erkennen und Ihnen zu helfen, indem sie zuhören und für diejenigen da sind, die am verletzlichsten sind.

Wenn Sie Ihr Wissen über Spiritual Care auffrischen möchten, lesen Sie bitte diesen CME-Weiterbildungs-Beitrag: Thieme E-Journals - Zeitschrift für Palliativmedizin / Abstract (thieme-connect.de). Für DGP/ÖPG- Mitglieder ist der Beitrag frei zugänglich. 

 

Piret Paal

Priv.-Doz. Dr. Piret Paal unterrichtet im Universitätslehrgang Palliative Care und ist Mitglied in der wissenschaftlichen Leitung des ULG. Außerdem ist sie Deputy Director des WHO Collaborating Centre und tätig als Reader in Nursing Science (Palliative Care) am Institute for Nursing Science and Practice.